Die Sächsische Nordostbahn
zwischen Priestewitz und Radeburg

Spurensuche im Frühjahr 2005
Durch meine Wohnnähe wollte ich als schieneninteressierter
Mensch die Linie Priestewitz- Radeburg (PR) näher kennen lernen, auffällig für
jeden aus der Region die Brückenwiderlager in
Ebersbach und die der
geplanten Verlegung
des Endbahnhofes in Radeburg der Linie Radebeul- Radeburg unterhalb des
Gewerbegebietes. Im Frühjahr 2005 begab ich mich mit dem Fahrrad zwischen Böhla
und Radeburg auf Spurensuche. Informationen gibt es bis auf eine sehr
ausführliche Seite im Internet was die Geschichte angeht keine. Auch bei meinen
Touren habe ich in den Gemeinden keine Hinweistafeln zu den noch reichlich
vorhandenen Bauwerken gefunden.
Die Streckenführung war geplant von Priestewitz, Böhla, Beiersdorf, Ebersbach,
Rödern, Radeburg, Königsbrück, Kamenz nach Radibor. Mit dem Streckenbau wurde
1919 begonnen. 1923 sind diese wegen zu hohen Ausgaben wieder eingestellt
worden. Konzentriert habe ich mich auf die Fotodokumentation was es derzeit noch zu sehen gibt. Die Geschichte hat
Jens Herbach sehr lobenswert dokumentiert.
Los geht es in
Böhla mit einem Planum ab Bahnhof und einer gemeinsamen Überführung der
Naunhofer Straße von der
Dresden-Elsterwerda Linie (DE) und der PR-Linie. Gleich darauf zweigt die
PR-Linie Richtung Osten ab und die Brücke des Pferdebaches und ein ca. 250 Meter
langer Damm der sich selbst überlassen ist, aber dennoch begehbar ist schließt
sich an. Weiter geht es in Beiersdorf wo anfangs aus einen Wassergraben schnell
eine Trasse wird die als Einschnitt verläuft. Hier sind mir die ersten sehr
markanten Vermessungssteine aufgefallen. Sie sind etwas größer als ein
Kilometerstein und haben in der Mitte eine Stahlkugel. Die Linie verläuft ca.3 Km bis Ober-Mittelebersbach in einem sehr gutem
Zustand als Einschnitt und als Damm wo selbst die Bäume verschnitten werden. Der
Bahnhof sollte dort sein wo sich heute der Schützenverein, der Kindergarten und
ein Wohnhaus
befindet. In Ebersbach gibt es wieder Ingenieurtechnische Bauwerke zu erkunden.
Die Widerlager der Hauptstraße, der Durchlass des Dorfbaches (Name?) und zwei
Überführungen von Wirtschaftswegen. Der Damm Richtung Rödern endet nach ca.
100m. Die nördliche Verbindungsstraße der Zweitannenweg nach Rödern kreuzt die
PR-Line wo man
wieder auf die Trasse stößt. Sie verläuft als Einschnitt gut
sichtbar 250m. Nach überqueren des Baches (Heidelache?) beginnt die Trasse als
Damm mit einem Bachdurchlass. Der Bach wurde wahrscheinlich verlegt. Auch auf
diesem Abschnitt sind die Vermessungssteine zu finden. Ich habe nicht
herausgefunden ob es eine Entfernungsregel gibt bis zum nächsten. Sollte ich mal
ein GPS besitzen habe ich eine neue Herausforderung die noch vorhandenen zu
dokumentieren. Aber weiter zur Trasse. Nach 100 m wird der 1m hohe Damm ziemlich
breit. Der Bahnhof Niederrödern ist erreicht. Nach Überquerung der S 91 sind
noch 100m Damm sehr gut erhalten. Bis zum nächsten Relikt wandert man die Röder
Flussaufwärts bis zur ersten Brücke, überquert diese und man sieht die
Widerlager der EÜ des Wirtschafsweges zwischen Stützmauern. Interessieren würde
mich ein Bild der halbfertigen Röderbrücke die zurückgebaut wurde. Ab hier
verläuft ein bestens erhaltener Damm Richtung Radeburg. Das
nächste Bauwerk ist
die Röderflutbrücke und danach die Widerlager eines Wirtschaftsweges. Nach 100 m
unterbricht die Strecke an einem Garten.
Nach der Weide
beginnt die Trasse wieder als Einschnitt am nächstem Haus und es folgen die
Widerlager einer EÜ zu einem Waldweg. Ab hier geht es als Bahndamm weiter. Gleich darauf der
Durchlass des Heidewiesenbaches. Die Bahnüberführung
des Heidewiesenweges Richtung BAB13 beendet die Trasse in Rödern. Vor
Radeburg sind noch 100m Damm erhalten. In Radeburg wurde die Trasse mit Gärten
bis kurz vor die Königsbrücker Str. überbaut. Dahinter auf dem heutigen Sportplatz
Friedrich-Ludwig-Jahn-Allee war 1923 für ein paar Monate Fahrbetrieb für den Bau des zukünftigen
gemeinsamen Bahnhof
Radeburg-Nord. Die Schmalspurbahn lieferte auf dem schon fertigen 2 Km langen
Abschnitt von Radeburg-Süd Baumaterial.
Die Verlängerung der Strecke Radebeul- Radeburg an die Strecke Priestewitz
Radeburg begann 1920. 1923 war die 2 Km lange Strecke durchgängig befahrbar.
Durch die Einstellung der Arbeiten an der Nordostbahn hatte auch der Bf Radeburg
Nord keine Bedeutung mehr.
Auch
diese Geschichte hat
Jens
Herbach lobenswert dokumentiert.
Meine Spurensuche beginnt im Frühjahr 2006 am Abzweig von der bestehenden Strecke zum Gelände Bf
Radebug Süd ca. 250 m vor dem Endbahnhof Radeburg. Es ist eine größere
aufgeschüttete Fläche die sich selbst überlassen ist. Gleich dahinter die
Promnitzbrücke mit einem Widerlager am Wirtschaftweg. Es schließt sich der
markante Betonmittelpfeiler an. Das letzte und auffälligste Bauwerk ist das
südliche Brückenwiderlager der Eisenbahnüberführung der S80. Die Reste der
Strecke hinter dem Friedhof kann nur noch erahnen. Mehr Spuren sind nicht zu
finden. Diese fielen der Röderverlegung dem Talsperrenbau und der BAB 13 zum
Opfer.
Ich suche dringend Bilder des Streckenbaues Priestewitz- Radeburg und Radeburg Süd- Radeburg Nord. Ich habe kein finanzielles Interesse und möchte dieses Bahnprojekt aus unserer Region bekannter machen. Ich versichere das die Urheberrechte gewahrt bleiben. Vielen Dank